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Lagerungskissen in der Pflege: Welches Kissen wofür?

Menschen, die viel oder ausschließlich im Bett liegen müssen, sind permanent auf Hilfe angewiesen. Auf die Toilette gehen, sich waschen oder einfach sich im Bett umdrehen: Das alles ist meist nur mit Unterstützung möglich. Viele pflegende Angehörige spüren deshalb eine große Verantwortung. Es liegt ihnen am Herzen, es den Liebsten so angenehm wie möglich zu machen. Dafür spielt die richtige Lagerung eine große Rolle. Denn das dauerhafte Liegen führt über kurz oder lang zu Rötungen, schmerzhaften Druckstellen bis hin zu langwierigen Druckgeschwüren (= Dekubitus). Lagerungskissen sind ein einfaches, aber wirksames Mittel dagegen. Es gibt viele verschiedene Arten, je nachdem, welche Körperstelle betroffen ist.

Lesen Sie, wie Sie das richtige Modell auswählen und in welchen Fällen es Lagerungshilfen auf Rezept gibt.

Frau schläft im Pflegebett auf lila Kubivent Lagerungskissen

Warum Lagerungskissen in der Pflege unverzichtbar sind

Ob im Alter oder nach einer OP: Dauerhaftes Liegen bringt gesundheitliche Risiken mit sich. Damit Probleme erst gar nicht entstehen, gilt es, mit der richtigen Lagerung vorzusorgen. Es wird empfohlen, alle 2 Stunden die Liegeposition zu verändern. Lagerungskissen helfen dabei, diese Position zu halten und den Druck zu verteilen.

 

Tipp: Achten Sie auf erste Warnzeichen: Rötungen, die nach 30 Minuten nicht verschwinden, können sich schnell zu Druckstellen entwickeln. Und Druckstellen können schnell zu Dekubitus werden.

Druckstellen und Dekubitus

Bewegt sich jemand kaum, lastet auf verschiedenen Körperstellen permanent Druck. Hinzu kommt, dass die Haut schlechter durchblutet wird. Dieser Druckreiz führt mit der Zeit erst zu Rötungen und im weiteren Verlauf zu offenen Wunden. Dann ist von einem Druckgeschwür bzw. Dekubitus die Rede. Das ist für den Betroffenen sehr schmerzhaft. Ist eine Stelle erstmal offen, ist die Behandlung langwierig und mühsam. Denn der Druck lässt sich nur schwer komplett wegnehmen. Besonders gefährdet sind die Fersen, das Steißbein, die Schulterblätter und die Hüftknochen.

Gelenkversteifung

Wer rastet, der rostet: Wird ein Gelenk lange nicht bewegt, rostet es ein. Die Gelenkkapseln verkleben, Muskeln bilden sich zurück und die Gelenke versteifen. Als Folge ist jede Bewegung des betroffenen Gelenks schmerzhaft oder komplett unmöglich. Bei bettlägerigen Menschen ist der sogenannte Spitzfuß der häufigste Fall. Durch das Eigengewicht des Fußes und das Gewicht der Bettdecke ist der Fuß permanent gestreckt. Versteift das Gelenk, kann der Betroffene nur noch auf Zehenspitzen stehen. Da die Gelenkversteifung kaum umkehrbar ist, sollte sie durch regelmäßiges Umlagern unbedingt vermieden werden.

Thrombosen

Bei fehlender Bewegung fließt das Blut in den Beinen langsamer und kann sich stauen. Dadurch können Blutgerinnsel entstehen, die sich im schlimmsten Fall ablösen, in die Lunge gelangen und dann eine Lungenembolie auslösen können. Die Beine sollten deshalb regelmäßig hochgelagert werden, um den Blutfluss zum Herzen zu fördern.

Lungenentzündung

Menschen, die im Bett liegen, atmen in der Regel nur oberflächlich. Tiefer gelegene Lungenbereiche werden dadurch schlechter durchlüftet. Die Folge: Schleim sammelt sich an, Erreger können sich festsetzen und eine Lungenentzündung auslösen. Gerade bei geschwächten Menschen verläuft eine Lungenentzündung oft schwer. Um das zu vermeiden, hilft es, den Oberkörper immer wieder hochzulagern. Regelmäßiges Umlagern verhindert zusätzlich, dass sich Sekret ansammeln kann.

Wichtig:
Ein Lagerungskissen ersetzt nicht das regelmäßige Umlagern. Es unterstützt lediglich dabei, die Position zu halten und so den Druck besser zu verteilen.

Welche Lagerungskissen es gibt und wofür sie eingesetzt werden

Nicht jedes Kissen passt für jede Situation. Welches sinnvoll ist, hängt davon ab, welche Körperstelle entlastet und wo es verwendet werden soll. Denn Druckstellen entstehen nicht nur im Bett. Auch im Rollstuhl sind einzelne Körperbereiche gefährdet. Hier sind zum Beispiel Lagerungskissen unter dem Arm häufig.

Seitenlagerungskissen

Ein sogenanntes Seitenlagerungskissen ist ein 140–180 cm langes Kissen. Es ist für Menschen gedacht, die regelmäßig auf die Seite und abwechselnd von links nach rechts umgelagert werden müssen. Durch das Kissen liegt der Betroffene stabil und bequem in der Seitenlage. Das Kissen stützt den Rücken, die Hüfte und die Beine und verhindert damit, dass die Person zurück in die Rückenlage rollt. Das Seitenlagerungskissen ist die typische Empfehlung, um Dekubitus bei bettlägerigen Menschen durch regelmäßiges Umlagern zu verhindern.

Lagerungskissen PKVM250 in Lila
Falsch gelagerte Ferse mit Rötung

Fersenfreilagerung

Die Fersen sind oft als erstes und überraschend schnell betroffen. Der Grund: Sie haben wenig weiches, schützendes Gewebe, sondern der Knochen liegt fast direkt auf. Die Fersenfreilagerung sorgt dafür, dass die Ferse frei schwebt und keinen Kontakt zur Matratze hat. Das funktioniert entweder mit einem Fersenpolster bzw. Fersenkissen, das ähnlich wie ein Schuh angelegt wird, oder durch einen Fersenentlastungsgurt, der an der Matratze befestigt wird. Der Fuß liegt dadurch am Knöchel auf, so dass die Ferse die Unterlage nicht berührt.

Tipp:
Dekubitus-Matratzen helfen nur bedingt, Druckstellen an den Fersen zu verhindern. Oft sind zusätzliche Fersenlagerungskissen nötig.

Keilkissen

Ein Lagerungskeil ist ein relativ festes Kissen, das schräg abfällt. Der häufigste Winkel ist 30°, es gibt aber auch steilere oder flachere Kissen. Die 30°-Seitenlagerung gilt als der Standard in der Pflege. Dafür wird das Keilkissen unter den Rücken und die Hüfte geschoben. Dadurch liegt der Betroffene schräg, was den Druck entlastet. Durch das Kissen bleibt er in der Seitenlage, ohne dass er die Position aktiv halten muss. Eine Alternative zum klassischen Keilkissen ist ein Matratzenkeil. Er sieht ähnlich aus, wird aber nicht direkt unter den Rücken, sondern unter die Matratze geschoben. Die Matratze kommt in eine Schräglage und der Betroffene automatisch in eine Seitenlage.

Auf Keilkissen hochgelagerte Beine
Lagerungskissen Halbrolle in Lila

Lagerungsrollen

Lagerungsrollen sind zylinderförmige Kissen in verschiedenen Längen. Sie sind sehr flexibel und können verschiedene Körperstellen entlasten. Meist werden sie unter das Knie, den Knöchel, den Nacken oder den Arm gelegt. Empfindliche Stellen kommen so von der Unterlage weg und werden weniger gereizt. Eine Lagerungsrolle ist ein echter Allrounder und sollte in keinem Pflegebett fehlen. Bemerkt man punktuell erste Rötungen, verschafft sie schnell erste Entlastung.

Donut-Kissen oder Sitzring

Dabei handelt es sich um ein rundes Kissen mit einem Loch in der Mitte. Genau dieses Loch entlastet eine druckgefährdete Stelle vollständig. Ein Ringkissen unter dem Kopf verhindert, dass bettlägerige Menschen Druckstellen am Hinterkopf bekommen. Unter der Hüfte schützt es die Hüftknochen vor Dekubitus. Als Sitzring entlastet es das Steißbein oder wird als Hämorrhoiden-Kissen verwendet.

Donut-Kissen auf einem Bürostuhl

Tipp:
Wenn nicht nur eine Körperstelle betroffen ist, bietet es sich an, statt mehrerer Einzelkissen ein Positionierungsset aus z. B. Universal-, Fersen- und Seitenlagerungskissen anzuschaffen. Ein Universalkissen ist weniger spezialisiert, kann dafür aber bei Bedarf unter verschiedene Körperstellen gelegt werden.

Kosten für Lagerungskissen in der Pflege

  • Seitenlagerungskissen: ca. 60–150 €
  • Lagerungsrollen: ca. 30–60 €
  • Fersenfreilagerung: ca. 30–90 €
  • Keilkissen: ca. 25–130 €
  • Donut-Kissen: ca. 30–80€
  • Positionierungsset: ca. 150–500 €

Tipp:
Einfache Modelle gibt es online schon sehr günstig. Achten Sie aber nicht in erster Linie auf den Preis. Damit die Lagerungshilfen ihren Zweck erfüllen, sollte das Material hochwertig sein. Außerdem sind Details wie ein abwaschbarer Bezug gerade in der Pflege unverzichtbar. Ein Sanitätshaus versorgt Sie mit dem richtigen Kissen.

Lagerungskissen auf Rezept

Die Kosten für Lagerungskissen müssen Sie in vielen Fällen nicht selbst tragen, da sie im Hilfsmittelverzeichniss der GKV gelistet sind. Das bedeutet: Ist die Lagerungshilfe medizinisch notwendig, übernimmt die Krankenkasse den Betrag. Sie müssen lediglich einen Anteil von 10 % des Preises, maximal aber 10 € pro Hilfsmittel bei der Abrechnung über die Kranken- und maximal 25 € bei Abrechnung über die Pflegekasse, übernehmen.

Die Voraussetzung ist eine Verordnung von einem Arzt mit einer Begründung, warum das Lagerungskissen medizinisch notwendig ist. Dafür ist kein Pflegegrad nötig. Auch nach einem Unfall oder einer OP wird häufig eine geeignete Lagerungshilfe verschrieben. Bei Menschen mit Pflegegrad wird in der Regel direkt über die Pflegekasse abgerechnet. Der einfachste Weg ist es, das Lagerungskissen über ein Sanitätshaus zu beziehen. Die Mitarbeitenden dort übernehmen die Abrechnung mit Ihrer Kranken- bzw. Pflegekasse und Sie müssen nichts weiter tun. Für den Großraum Bamberg und Umgebung ist Bruder RehaTech Ihr Ansprechpartner in Sachen Hilfsmittel wie Lagerungskissen.

Tipp:
Lassen Sie sich in einem Sanitätshaus beraten, welche Lagerungskissen geeignet sind. Denn nicht alle sind im Hilfsmittelverzeichnis gelistet und damit verordnungsfähig. Wählen Sie ein anderes, müssen Sie selbst zahlen.

Lagerungskissen kaufen – darauf sollten Sie achten

Online stößt man auf Lagerungskissen in den unterschiedlichsten Formen und verschiedensten Preisklassen. Folgende Tipps helfen, das richtige Modell auszuwählen:

 

  • Welche Körperstelle soll entlastet werden?
    Das ist die wichtigste Frage. Sie bestimmt, welcher Kissentyp (Lagerungsrollen, Seitenlagerungskissen, Keilkissen etc.) der richtige ist.
  • Material
    Schaumstoff ist am günstigsten und für eine einfache Lagerung ausreichend. Visco-Schaum fühlt sich ähnlich an, passt sich aber der Körperform eher an und verteilt dadurch den Druck besser. Loose-Fill (Polystyrolkugeln) ist noch flexibler formbar und damit ideal für die Mikrolagerung. Das bedeutet, dass der Druck auch ohne aktives Umlagern sich bei jeder kleinen Bewegung leicht verschiebt. Das ist vor allem für Menschen, die sich kaum noch selbst bewegen können, sinnvoll.
  • Bezug
    Ein abwaschbarer und atmungsaktiver Bezug ist in der Pflege Pflicht. Nur so ist die nötige Hygiene gewährleistet.
  • Größe
    Gerade Lagerungsrollen oder Seitenlagerungskissen sollten auf die Körpergröße und das Pflegebett abgestimmt sein.

 

Ein Sanitätshaus hilft, die Lagerungshilfen, die genau zu Ihrer Situation und den Bedürfnissen der Betroffenen passen, auszuwählen. Außerdem wird dort direkt die Verordnung eingereicht und mit der Krankenkasse abgerechnet.

Mit dem richtigen Lagerungskissen Druckstellen vermeiden

Sind Druckstellen oder sogar Dekubitus erstmal da, sind sie schwer wieder in den Griff zu bekommen und verursachen dauerhaft Schmerzen. Lagerungskissen lindern nicht nur die Schmerzen. Sie sorgen schon vorher dafür, dass Druckstellen gar nicht erst entstehen. Damit sind sie unverzichtbar für das Wohlbefinden von Patient*innen und pflegebedürftigen Angehörigen. Welche Kombination verschiedener Lagerungshilfen sinnvoll ist, hängt ganz davon ab, welche Stellen betroffen sind. Und das Beste: Bei einem Lagerungskissen auf Rezept müssen Sie fast nichts selbst bezahlen. Ein Sanitätshaus hilft bei der Auswahl und übernimmt gleich noch die Abrechnung mit der Krankenkasse.

Lagerungskissen in Bamberg

Rolle, Donut, Keil & Co.: Kommen Sie direkt ins Sanitätshaus Bruder RehaTech und lassen Sie sich beraten, welches Lagerungskissen zu Ihrer Situation passt. Auch die Abrechnung mit der Krankenkasse übernehmen wir für Sie.

Häufige Fragen zu Lagerungskissen

Das kommt darauf an, welche Körperstelle gefährdet ist. Für die Fersen braucht es beispielsweise eine Fersenfreilagerung, für Rücken und Hüfte ein Seitenlagerungskissen, für eine stabile Schräglage ein Keilkissen. Oft ist auch eine Kombination sinnvoll.

Ja, bei medizinischer Notwendigkeit stellt ein Arzt ein Rezept aus und die Kranken- bzw. Pflegekasse übernimmt die Kosten für Lagerungskissen (abzüglich eines Eigenanteils von 10 %, maximal jedoch 10 € bzw. 25 € pro Hilfsmittel). Einen Pflegegrad braucht man dafür nicht zwingend: Auch nach einer OP oder einem Unfall kann ein Lagerungskissen verordnet werden. Das Sanitätshaus rechnet die Kosten direkt mit der Kasse ab.

Als Faustregel gilt: alle zwei Stunden. Lagerungskissen helfen dabei, die richtige Position zu halten und Druckstellen zwischen den Umlagerungen zu verhindern. Sie ersetzen das regelmäßige Umlagern aber nicht.

Nein, eine Dekubitus-Matratze und Lagerungshilfen ergänzen sich. Eine Antidekubitusmatratze verteilt den Druck über die gesamte Liegefläche. Lagerungskissen entlasten gezielt einzelne Körperstellen wie zum Beispiel die Fersen, die auch auf einer guten Matratze noch Kontakt zur Unterlage haben. Bei hohem Dekubitusrisiko werden deshalb oft beide eingesetzt.

Im Sanitätshaus, das mit Ihrer Krankenkasse abrechnet. Das Rezept stellt der Haus- oder Facharzt aus. Im Sanitätshaus wird dann gemeinsam geschaut, welche Kissen verordnungsfähig sind und am besten passen. Die Abrechnung mit der Kasse läuft dann direkt über das Sanitätshaus.

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