Rollator für die Wohnung oder draußen: Das sind die Unterschiede

Wenn das Gehen im Alter oder aufgrund einer Krankheit schwerfällig wird, unterstützt ein Rollator dabei, weiterhin selbstständig unterwegs zu sein. Damit Sie sich sicher fortbewegen, soll der Rollator perfekt passen. Die Frage aller Fragen ist also: Was ist der beste Rollator? Leider ist die Antwort gar nicht so einfach, denn: Es kommt darauf an. Neben Ihren individuellen Bedürfnissen spielt es auch eine große Rolle, wo Sie den Rollator überwiegend nutzen wollen. Suchen sie einen Rollator für die Wohnung, sind ganz andere Eigenschaften wichtig, als bei Outdoor-Rollatoren entscheidend sind. Worauf es ankommt und ob sogar zwei unterschiedliche Rollatoren Sinn machen, erfahren Sie in diesem Artikel.

Frau läuft mit Rollator für außen die Straße entlang

Was draußen hilft, stört drinnen

Ob eine Runde im Park, zum Einkaufen oder sogar auf einem Spaziergang im Wald: Ein Rollator muss draußen auf Stock und Stein ganz andere Anforderungen erfüllen als in einer Wohnung. Deshalb sind Outdoor-Rollatoren (Link auf https://bruder-rehatech.de/rollatoren) darauf ausgelegt, auch auf unebenem Untergrund stabil zu fahren. Sie haben größere Räder, einen breiteren Rahmen und sind insgesamt schwerer. In der Wohnung wird genau das zum Problem: Der Rollator ist zu breit für schmale Türen, zu schwer zum Manövrieren und der große Wendekreis macht es unmöglich, sich zum Beispiel im engen Bad umzudrehen. Indoor-Rollatoren setzen dagegen auf Wendigkeit. Sie haben kleine Räder und einen leichten Rahmen, damit Sie auch enge Kurven und schmale Gänge gut meistern. Auf Pflaster oder Kies wiederum wäre genau das ein echtes Sicherheitsrisiko: Der Rollator hat zu wenig Grip und kaum Federung.

Darauf kommt es beim Indoor-Rollator an

Sie drehen vielleicht ab und zu eine Runde im Hof, bewegen sich aber sonst überwiegend in Ihrer Wohnung? Dann sollten Sie bei der Wahl des richtigen Rollators auf folgende Eigenschaften achten:

 

  • Breite
    Ein 50–55 cm breiter Rollator ist für innen üblich. Wie breit Ihr Indoor-Rollator sein sollte, entscheidet die engste Türöffnung in Ihrer Wohnung. Um sicher und ohne anzuecken hindurchzukommen, sollte der Rollator mindestens um 5–7 cm schmaler sein als die Tür. Für extrem eng geschnittene Zimmer, wie es häufig in Altbauwohnungen der Fall ist, gibt es extra Indoor-Rollatoren mit nur 40 cm Breite.
  • Wendekreis
    Breite und Räder beeinflussen, wie wendig der Rollator ist. Will man sich bequem in Innenräumen fortbewegen, sollte der Wendekreis unter 85 cm liegen. Ist der Wendekreis größer, kommt man nur um die Kurve, wenn man den Rollator anhebt. Das ist für viele schlichtweg nicht möglich. Außerdem besteht die Gefahr, dabei das Gleichgewicht dabei zu verlieren.
  • Gewicht
    Stubenrollatoren sind in der Regel leichter als Outdoor-Rollatoren. Die geringere Breite, kleinere Räder und fehlendes Zubehör sparen Gewicht ein. Mit nur 5–8 kg ist der Rollator wendiger und leichter durch Engstellen steuerbar. Auch eine Sitzfläche fehlt oft, da man in der Wohnung genügend Sitzgelegenheiten zum Ausruhen für zwischendurch hat.
  • Räder
    Für glatte Böden wie Parkett, Fliesen oder Laminat sind kleine Räder optimal. Üblich sind circa 5 Zoll bzw. 12,5 cm Durchmesser. Sie bestehen aus glattem Gummi ohne Profil. Damit sind sie wendig und leichtgängig und hinterlassen keine Kratzer auf dem Boden.
  • Zubehör
    Je nachdem, für was Sie den Rollator überwiegend verwenden, ist das ein oder andere Zubehör durchaus sinnvoll. Für den Alltag in der Wohnung ist ein Korb oder ein Tablett praktisch. Darauf transportieren Sie bequem Gegenstände von einem Raum in den anderen.

Tipp:
Der Delta-Rollator ist eine Sonderform der Indoor-Rollatoren. Er macht bei außergewöhnlich engen Wohnungen Sinn. Er hat nur drei Räder, wodurch er besonders wendig, allerdings auch weniger stabil wird.

Darauf kommt es beim Outdoor-Rollator an

Wenn Sie sehr aktiv und regelmäßig draußen unterwegs sind, stößt Ihr Wohnungsrollator schnell an seine Grenzen. Um auch unebene Wege sicher zu meistern, macht ein extra Rollator für draußen Sinn. Folgende Eigenschaften zeichnen diese Modelle aus:

 

  • Breite
    Rollatoren für draußen sind von Haus aus breiter als Rollatoren für die Wohnung, schließlich müssen sie durch keine schmale Tür passen. Standard sind hier 60–65 cm. Das ist dem stabilen Rahmen und der Sitzfläche geschuldet. Gerade auf längeren Spaziergängen ist das wichtig, um sich zwischendurch kurz auszuruhen.
  • Gewicht
    Die robuste Bauweise und der breite Rahmen machen den Rollator insgesamt schwerer. Dadurch hat er eine bessere Bodenhaftung und mehr Stabilität auf unebenem Untergrund. Falls Sie den Rollator regelmäßig ins Auto laden müssen, beachten Sie, dass er nicht zu schwer ist und Sie ihn noch gut heben können.
  • Räder
    Die Räder machen den größten Unterschied und sorgen für die Geländetauglichkeit. Sie sollten für Asphalt mindestens 6 Zoll groß sein. Extra Geländerollatoren für extrem unebene Wege oder viele Steigungen haben sogar bis zu 12-Zoll-Reifen. Um auch auf holprigem Pflaster oder Kies gut voranzukommen, sind Reifen mit Profil wichtig. Statt Feststoffreifen haben Outdoor-Rollatoren außerdem eine Luftbereifung. Das sorgt für eine deutlich bessere Federung. Gerade auf steinigen Wegen ist das angenehmer, da die Arme sonst jede Unebenheit ausgleichen müssten. Damit es unterwegs zu keiner bösen Überraschung kommt: Prüfen Sie regelmäßig, ob genug Luft in den Reifen ist oder er Luft verliert.
  • Faltbarkeit
    Während ein Indoor-Rollator ausschließlich in der Wohnung steht und deshalb die Faltbarkeit kein Kriterium für den Kauf ist, ist es für Outdoor-Rollatoren meist sehr wichtig. Denn für Arztbesuche, Einkaufstouren oder Ausflüge muss der Rollator häufig ins Auto verladen werden. Das ist nur praktikabel, wenn der Rollator kompakt zusammengeklappt werden kann.
  • Zubehör
    Wer draußen viel mit dem Rollator unterwegs ist, profitiert von ein paar sinnvollen Extras: Lampen und Reflektoren für die Sichtbarkeit, Regenschirm und Haube als Wetterschutz, dazu Taschen, Stockhalter oder eine Rückenstütze für längere Wege. Was davon wirklich sinnvoll ist, hängt von Ihrer Situation ab.

Tipp:
Je mehr Zubehör, desto schwerer wird der Rollator. Wählen Sie deshalb nur das Zubehör, das Sie wirklich brauchen. Ein Sanitätshaus in Ihrer Nähe hilft, genau das richtige Rollator-Zubehör für Ihre Bedürfnisse zu finden.

Indoor- vs. Outdoor-Rollator: Die wichtigsten Eigenschaften im Vergleich

Vergleichen Sie unterschiedliche Modelle miteinander, sollten Sie wissen, welcher Rollator zu Ihren Anforderungen passt. Folgende Eigenschaften helfen, um es für die Praxis richtig einzuordnen.

EigenschaftRollator für die WohnungRollator für draußen
Breite50–55 cm (schmalste: 40 cm)60–65 cm
Räder5 Zoll, glatt, wendigab 6 Zoll, profiliert, ggf. Luftbereifung (je größer, desto geländegängiger)
Gewicht5–8 kg9–12 kg
Wendekreisunter 85 cmoft über 100 cm
Sitzflächemeist ohnefast immer mit
Rahmenschmal, kompakt, reduziertbreiter, robuster gebaut
Materialfast immer AluminiumAluminium oder Stahl (Kassenmodell)
UntergrundParkett, Fliesen, LaminatAsphalt, Pflaster, Kies, leichte Steigungen
Sinnvolles ZubehörTablett, Einhandbremse, GriffschutzRegenschirm, Reflektoren und Beleuchtung, Tasche, Korb, Stockhalter, Sitzkissen, Handschutz, Getränkehalter
Zwei Rollatoren stehen im Innenraum vor Schild mit Rollator-Parkplatz

Zwei Rollatoren sind besser als einer. Oder?

Sie fragen sich jetzt sicherlich: Brauche ich nun zwei Rollatoren? Wer hauptsächlich in der Wohnung unterwegs ist und nur selten draußen ist, fährt mit einem Indoor-Rollator richtig. Selbst wenn Sie hin und wieder einige Schritte auf dem Gehweg auf und ab gehen, sind Sie damit sicher unterwegs.

 

Ein sogenannter Hybrid-Rollator ist ein Kompromiss aus beiden Welten. Er ist dann empfehlenswert, wenn sie regelmäßig draußen auf beispielsweise asphaltierten Gehwegen unterwegs sind. Er zeichnet sich durch etwas größere Räder wie bei reinen Indoor-Rollatoren aus. Das macht ihn aber keineswegs absolut geländetauglich! Gleichzeitig ist er für enge Altbauwohnungen ungeeignet. Es bleibt eben ein Kompromiss und kein Alleskönner.

 

Wer täglich draußen auf unebenem Gelände unterwegs ist und eine enge Wohnung hat, fährt mit zwei Modellen besser. Vor allem in Altbauwohnungen mit sehr schmalen Türen sind spezielle Indoor-Rollatoren mit 40 cm Breite häufig die einzige Option. Natürlich bedeuten zwei Rollatoren auch doppelte Wartung und doppelten Platzbedarf. Das ist es aber wert: Besser das, als draußen mit dem Indoor-Rollator über jeden Stein zu rumpeln oder drinnen mit dem Outdoor-Modell an jeder Ecke hängen zu bleiben.

Tipp:
Wer einen Rollator auf Rezept bekommt, kann in manchen Fällen zwei verschiedene Modelle verordnet bekommen. Die Bedingung ist, dass die medizinische Notwendigkeit für beide Bereiche nachgewiesen wird. Ein Sanitätshaus wie Bruder RehaTech in Bamberg unterstützt Sie bei der Abwicklung mit Ihrer Krankenkasse.

Der beste Rollator ist der, der zu Ihrem Alltag passt

Indoor, Outdoor oder Hybrid? Es gibt nicht die eine perfekte Empfehlung. Das Modell muss zu Ihren vier Wänden, Ihren Wegen und Ihrem Alltag passen. Ein paar Fragen helfen bei der Entscheidung:

 

  1. Wo nutzen Sie den Rollator hauptsächlich?
    Hauptsächlich in der Wohnung → Indoor-Rollator
    Hauptsächlich draußen auf Spazierwegen und beim Einkaufen → Outdoor-Rollator oder Hybrid
    Beides gleichermaßen → zwei Modelle prüfen oder Hybrid mit mindestens 6-Zoll-Rädern und 50–55 cm Breite

     

  2. Wie breit sind Ihre engsten Türen?
    Unter 75 cm (typisch im Altbau) → spezieller Indoor-Rollator, idealerweise unter 50 cm Breite.
    80 cm und breiter → die meisten Modelle passen problemlos

     

  3. Wie ist der Untergrund draußen?
    Ebene Wege, Asphalt, glatte Gehwege → Hybrid oder Standard-Outdoor reicht, wenn Sie nur hin und wieder unterwegs sind
    Kopfsteinpflaster, Kies, Feldwege, Steigungen → Outdoor-Rollator mit großen Rädern und Profilbereifung

     

  4. Muss der Rollator regelmäßig ins Auto?
    Ja → auf Faltbarkeit und Gewicht achten, besonders beim Outdoor-Modell
    Nein → Faltbarkeit spielt eine untergeordnete Rolle

Rollator-Beratung in Bamberg

Unsicher, was passt? Dann hilft ein Beratungsgespräch bei uns im Sanitätshaus weiter. Sie erzählen uns, wie Sie wohnen und wofür Sie den Rollator nutzen wollen. Mit diesen Infos lässt sich schnell eingrenzen, welches Modell wirklich passt.

Häufige Fragen zu Indoor- und Outdoor-Rollatoren

Indoor-Rollatoren sind schmaler (50–55 cm), leichter und haben kleine, wendige Räder für glatte Böden. Outdoor-Modelle sind breiter, robuster und haben größere, profilierte Räder für unebenes Gelände.

Als Richtwert für die Breite des Rollators gilt: Mindestens 5–7 cm schmaler als die engste Türöffnung. Für Standardtüren (80–90 cm) reichen 55 cm. Bei engen Altbautüren (70–75 cm) sollte der Rollator maximal 50 cm, besser 40–45 cm breit sein.

Die schmalsten Indoor-Rollatoren messen 40 cm in der Breite.

Das ist nur bedingt möglich. Wenn die Türen breit genug sind (mindestens 80–90 cm) und die Räume groß, geht das. In typischen Altbauwohnungen mit engen Türen und kleinen Bädern wird ein Outdoor-Rollator aber schnell zum Hindernis.

Sie brauchen nicht unbedingt zwei Rollatoren, Ihr Alltag ist entscheidend. Wer hauptsächlich in der Wohnung und nur gelegentlich draußen auf ebenen Wegen unterwegs ist, kommt meist mit einem guten Hybrid-Rollator aus. Wer täglich auf beiden Terrains unterwegs ist und eine enge Wohnung hat, ist mit zwei Modellen besser beraten.

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