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Die richtige Matratze bei Dekubitus und Wundliegen

Wenn Angehörige plötzlich pflegebedürftig werden, wirbelt das vieles durcheinander. Plötzlich sind Sie mit sämtlichen neuen Themen rund um die Pflege – von Hilfsmitteln bis Pflegedienst – beschäftigt.

 

Als Ihnen beim Waschen eine gerötete Stelle am Steißbein auffällt, spricht die Pflegekraft von Dekubitus und rät zu einer Spezialmatratze. Und wieder beginnt es im Kopf zu rattern: Muss das gleich sein? Welche Dekubitus-Matratze ist die richtige und wer bezahlt sie? Ein Sanitätshaus hilft, das Ganze einzuordnen: Welche Dekubitus-Matratze passt zu welcher Situation und was davon übernimmt die Krankenkasse?

Frau in Seitenlage im Pflegebett auf TurnAll LevaFlex Dekubitus-Matratze

Langes Liegen führt zu Wundliegen

Wer den ganzen Tag im Bett liegt, bleibt oft stundenlang in derselben Haltung. Das Körpergewicht drückt dann auf einzelne Stellen, und genau dort wird die Haut schlechter durchblutet. Dazu kommen zwei weitere Belastungen. Rutscht jemand im Bett nach unten, etwa weil das Kopfteil hochgestellt ist, bleibt die Haut am Laken haften. Dadurch verschieben sich Haut und Gewebe gegeneinander und die feinen Blutgefäße werden verzerrt und abgedrückt. Fachleute sprechen von Scherkräften. Außerdem entsteht Reibung, wenn die Haut über das Laken scheuert, zum Beispiel wenn man den Angehörigen beim Umlagern über die Matratze zieht. Das greift vor allem die oberen Hautschichten an.

 

Besonders anfällig sind Stellen, an denen der Knochen dicht unter der Haut liegt, wie das Steißbein, die Fersen, die Hüfte, die Schulterblätter oder der Hinterkopf. Zuerst zeigt sich oft nur eine Rötung, die auch nach leichtem Fingerdruck nicht verblasst. Hält der Druck an, können Blasen und offene Wunden entstehen, im schlimmsten Fall bis tief ins Gewebe. Fachleute sprechen dann von einem Dekubitus, im Alltag heißt er Druckgeschwür oder Wundliegen. Je nachdem, wie tief die Haut geschädigt ist, unterscheidet man vier Stadien: von der Rötung, die nicht mehr verblasst (Stadium 1), bis zur tiefen Wunde, die bis auf Muskeln oder Knochen reicht (Stadium 4). Die gute Nachricht: Das lässt sich meistens vermeiden. Wer regelmäßig umlagert und auf die passende Matratze setzt, senkt das Risiko deutlich.

Wann eine Dekubitus-Matratze sinnvoll ist

Ist schon ein Druckgeschwür entstanden, unterstützt eine spezielle Matratze die Behandlung. Aber auch vorbeugend ergibt eine Matratze gegen Wundliegen besonders für Menschen, die dauerhaft liegen müssen und zusätzlich ein erhöhtes Dekubitus-Risiko haben, Sinn. Das kann eine Lähmung sein oder eine starke Bewegungseinschränkung, durch die sich jemand kaum noch selbst drehen kann. Auch Inkontinenz oder vorgeschädigte Haut erhöhen das Risiko für Dekubitus. Ob einer dieser Risikofaktoren zutrifft, beurteilt die Ärztin oder der Arzt und verordnet bei Bedarf die Antidekubitusmatratze.

Weichlagerungsmatratze auf Einlegerahmen

Achtung:
Eine Matratze ersetzt das Umlagern nicht. Sie entlastet zwar die Haut, doch Druckstellen können trotzdem entstehen, wenn jemand lange in derselben Haltung verharrt. Deshalb gehört das regelmäßige Positionieren, etwa mit Lagerungskissen, weiter dazu.

Dekubitus-Matratzen im Vergleich

Eine Antidekubitusmatratze nimmt den Druck von den Körperstellen, auf denen beim Liegen das meiste Gewicht ruht. Dafür gibt es zwei Arten von Matratzen: Die sogenannte Wechseldruckmatratze lässt den Druck regelmäßig weiterwandern, sodass keine Körperpartie dauerhaft belastet wird. Die Weichlagerungsmatratze hingegen verteilt das Körpergewicht auf mehr Fläche, sodass keine Stelle zu viel trägt. Ein Umlagerungssystem geht einen dritten Weg: Es liegt unter der Matratze und dreht die Person in regelmäßigen Abständen automatisch in eine leichte Schräglage von etwa 30 Grad, mal zur einen, mal zur anderen Seite.

 

Welche Art zu Ihnen oder Ihrem Familienmitglied passt, hängt vor allem davon ab, wie viel sich derjenige noch selbst dreht und bewegt und ob eine Erkrankung wie Demenz, MS oder Parkinson vorliegt. Im Zweifel lassen Sie sich von Ihrer Hausarztpraxis und einem Sanitätshaus beraten.

Die wichtigsten Unterschiede auf einen Blick:

Wechseldruckmatratze Weichlagerungsmatratze Umlagerungssystem
So funktioniert’s Luftkammern füllen und leeren sich abwechselnd, gesteuert durch eine Pumpe Schaumstoff, in den man tiefer einsinkt → der Druck verteilt sich auf eine größere Fläche Luftkissen unter der Matratze heben abwechselnd eine Bettseite an → die Person wird sanft in eine leichte Schräglage gedreht
Strom nötig? Ja Nein Ja
Passt vor allem … … bei stark bettlägerigen Menschen und Menschen, die sich kaum noch selbst drehen können … zur Vorbeugung und, je nach Modell, auch bei einem bestehenden Dekubitus bis Stadium 4 … bei Menschen, die sich gar nicht mehr selbst drehen können oder wenn das Umlagern von Hand sehr belastend ist

Wechseldruckmatratze: Der Druck wechselt

Eine Wechseldruckmatratze besteht aus mehreren Luftkammern. Eine Pumpe füllt sie abwechselnd und lässt wieder Luft ab. Das geht automatisch, meist im Takt von zehn bis zwanzig Minuten. Während eine Kammer trägt, entspannt sich die nächste, und das Gewebe darunter wird wieder durchblutet. Damit übernimmt die Matratze zum Teil das, was gesunde Menschen im Schlaf unbemerkt tun: Sie drehen sich und ändern ständig ihre Position. Eine Wechseldruckmatratze ist deshalb vor allem dann die richtige Wahl, wenn sich jemand kaum noch selbstständig bewegen kann und ein hohes Risiko für Druckstellen hat. Auch wenn die Abstände dazwischen länger werden dürfen – ganz ersetzen lässt sich das Umlagern nicht.

 

Die Wechseldruckmatratze passt allerdings nicht für jeden. Bei neurologischen Erkrankungen wie Demenz, Parkinson, Multipler Sklerose oder nach einem Schlaganfall rät man in der Regel davon ab. Viele Betroffene nehmen ihren Körper schlechter wahr und das ständige Auf und Ab kann sie zusätzlich verunsichern. Sind die Muskeln dauerhaft verkrampft, wie bei einer Spastik, kann der Wechsel die Muskelspannung noch erhöhen. Auch bei instabilen Knochenbrüchen, Wirbelsäulenverletzungen oder einem Streckverband (Extension) kommt die Matratze in der Regel nicht infrage. Bei starken Schmerzen können sich die Beschwerden verstärken, je nachdem, welche Kammer gerade trägt. Klären Sie das deshalb vorab mit der behandelnden Praxis.

 

Viele haben Bedenken, dass das Geräusch der Pumpe stören könnte. Denn sie läuft hörbar, und die Luft rauscht beim Wechsel durch die Kammern. Allerdings bewegt sich die Lautstärke meist zwischen leisen 25-30 Dezibel. In den ersten Nächten stört das manchmal den Schlaf, nach wenigen Tagen gewöhnen sich die meisten aber daran. Ähnlich ist es mit der Bewegung der Matratze: Empfindliche Menschen brauchen oft etwas Zeit, bis ihnen das sanfte Auf und Ab vertraut ist. Wer sehr lange auf einer Wechseldruckmatratze liegt, kann außerdem das Gefühl für den eigenen Körper verlieren und schlechter spüren, wo er aufhört. Sie sollte deshalb nur so lange zum Einsatz kommen, wie sie nötig ist. Sprechen Sie regelmäßig mit der Pflegefachkraft darüber, ob sie noch die richtige Wahl ist. Weil die Pumpe Tag und Nacht läuft, steigt auch der Stromverbrauch. Wurde die Matratze auf Rezept bereitgestellt, erstattet die Krankenkasse die Stromkosten auf Antrag. Wie das genau abläuft, erfahren Sie bei Ihrer Kasse.

 

Damit die Matratze entlastet, muss der Luftdruck zum Körpergewicht passen. Ist zu wenig Luft in den Kammern, sinkt die Person bis auf die Unterlage durch. Ist es zu viel, entlastet die Matratze kaum noch.

Tipp:

Die richtige Einstellung erfordert Erfahrung. Lassen Sie diese deshalb von Fachleuten vornehmen: Die Experten im Sanitätshaus zeigen Ihnen in Ruhe, wie die Matratze funktioniert. Nach der Lieferung schauen wir von Bruder RehaTech noch einmal nach, ob alles passt. Und wenn Ihr Angehöriger deutlich zu- oder abnimmt, stellen wir die Matratze neu ein.

Tipps für die beste Wirkung:

  • Legen Sie nur ein einzelnes dünnes Laken auf und lassen Sie es locker liegen. Mehrere Lagen oder ein straff gespanntes Laken mindern die Wirkung.
  • Inkontinenzunterlagen schwächen den Effekt ebenfalls, vor allem am Kreuzbein. Besprechen Sie mit der Pflegefachkraft oder dem Sanitätshaus, ob und welche Unterlage sich eignet.
  • Gehen Sie mit Kissen, Keilen und weichen Auflagen sparsam um. Sie können den Wechseldruck aufheben.
  • Die Person liegt also höher im Bett, da die Matratze dicker ist als eine normale. Seitengitter schützen dadurch weniger und bei manchen Modellen lässt sich außerdem die Rückenlehne nicht ganz aufstellen.
  • Lassen Sie die Pumpe nach Herstellerangaben warten und reparieren Sie sie bei einem Defekt nicht selbst. Das Sanitätshaus, über das Sie die Matratze bezogen haben, kümmert sich um alles Weitere.

Weichlagerungsmatratze: Extra weich gelagert

Eine Weichlagerungsmatratze funktioniert ohne Technik. Sie besteht aus weichem Schaumstoff wie zum Beispiel aus Kaltschaum, PU-Schaum oder Viscoschaum. Das Material passt sich dem Körper an, sodass er regelrecht in die Matratze sinkt. Dadurch liegt er auf einer viel größeren Fläche auf, weshalb jede einzelne Stelle weniger Gewicht trägt. Weichlagerungsmatratzen beugen Druckstellen vor. Je nach Modell eignen sie sich aber auch für einen bestehenden Dekubitus bis Stadium 4. Die meisten empfinden sie als bequem. Der Nachteil: Wer tief einsinkt, tut sich schwerer mit dem Drehen und Aufrichten, was wiederum Druckstellen begünstigt. Sprechen Sie in der Beratung deshalb offen an, wie beweglich die Person noch ist, um das richtige Modell zu finden.

 

Weichlagerungsmatratzen gibt es in verschiedenen Ausführungen. Mehrschichtige Matratzen zum Beispiel kombinieren verschiedene Schaumstoffe und haben oft einen festeren Rand, der beim Aufsetzen und Aufstehen mehr Halt gibt.

 

Würfelmatratze als eine Form der Weichlagerung
Die Würfelmatratze besteht aus vielen einzelnen Schaumstoffwürfeln. Wenn jemand im Bett herunterrutscht oder sich dreht, gibt jeder Würfel für sich nach. So wirken weniger Scherkräfte und weniger Reibung auf die Haut. Zwischen den Würfeln kann außerdem Luft zirkulieren, wodurch die Haut besser belüftet bleibt. Bei manchen Modellen lassen sich einzelne Würfel herausnehmen, sodass eine besonders gefährdete Stelle, etwa die Ferse, frei liegt.

 

Welches Modell passt, hängt von der Situation und der Person ab. Entscheidend sind das Risiko für Druckstellen, ein eventuell schon vorhandener Dekubitus, das Körpergewicht und die Beweglichkeit. Die Herstellerangaben, etwa zu Gewicht und Dekubitusstadium, geben dafür eine erste Orientierung. Ärztlich verordnet wird deshalb nur die Art der Matratze. Das passende Modell wählt das Sanitätshaus nach einer Beratung vor Ort aus.

 

Tipps, damit die Matratze hält, was sie verspricht:

  • Manche Hersteller schreiben vor, die Matratze nur mit dem mitgelieferten Bezug und einem Bettlaken zu nutzen. Tauschen Sie den Bezug daher nicht auf eigene Faust.
  • Ziehen Sie das Laken glatt. Falten und Krümel im Bett drücken auf die Haut.
  • Das Umlagern bleibt wichtig. Auch die weichste Matratze ersetzt den Positionswechsel nicht.
  • Schwitzen weicht die Haut auf und erhöht das Risiko für Druckstellen. Fragen Sie nach Luftkanälen in der Matratze und nach einem Bezug, der Nässe abhält und sich dehnen lässt.

Umlagerungssystem: Sanft von einer Seite zur anderen

Ein Umlagerungssystem, auch Patientenwendesystem genannt, ist streng genommen keine eigene Matratze. Es liegt unter der Matratze im Pflegebett und besteht aus Luftkissen, die eine Pumpe abwechselnd füllt. Dabei hebt sich erst die eine Bettseite ein Stück an, später die andere. So dreht sich Ihr Angehöriger ganz langsam in eine leichte Schräglage von etwa 30 Grad. Das ist die Position, die sich auch beim Umlagern mit Kissen bewährt hat. Wie lange er auf jeder Seite liegt, lässt sich einstellen. Auf dieses Patientenwendesystem kommt in der Regel eine Weichlagerungsmatratze aus Schaumstoff.

 

Gedacht ist das System für Menschen, die sich gar nicht mehr selbst drehen können und ein hohes Risiko für Druckstellen haben. Weil die Bewegung langsam und leise abläuft, eignet es sich auch, wenn das Umlagern von Hand Schmerzen bereitet. Für Sie als pflegende Angehörige ist es außerdem eine große Entlastung: Sie müssen nachts nicht mehr regelmäßig aufstehen, um Ihren Angehörigen zu drehen, und schonen Ihren Rücken.

 

Ganz ohne Sie geht es trotzdem nicht. Schauen Sie sich die Haut weiterhin jeden Tag an, vor allem an Steißbein, Hüfte und Fersen. Wie lange die Liegezeiten auf jeder Seite sein sollen und ob zusätzliche Lagerungskissen nötig sind, etwa damit die Fersen frei liegen, besprechen Sie am besten mit der Pflegefachkraft.

DIE richtige Matratze für alle gibt es nicht

Welche Art passt, richtet sich nach der Person und deren Situation. Wer sich im Bett noch selbst drehen und aufrichten kann, kommt mit einer Weichlagerungsmatratze oft gut zurecht. Sie ist leise und braucht keinen Strom. Wer sich kaum oder gar nicht mehr bewegt, braucht meist mehr Entlastung. Dann kommen eine Wechseldruckmatratze oder ein Umlagerungssystem infrage. Die Wechseldruckmatratze nimmt den Druck abwechselnd von einzelnen Körperstellen, das Umlagerungssystem dreht die Person regelmäßig in eine leichte Seitenlage.

 

Auch das Dekubitus-Risiko spielt eine Rolle. Ist es hoch oder sind schon starke Druckstellen vorhanden, fällt die Wahl häufiger auf eine Wechseldruckmatratze oder ein Umlagerungssystem. Das gilt aber nicht für jeden Fall, denn manche Weichlagerungsmatratzen sind ebenfalls für höhere Dekubitus-Stadien ausgelegt.

 

Das Gewicht des Patienten bzw. der Patientin zählt ebenfalls, da jede Matratze nur bis zu einer bestimmten Belastung ausgelegt ist. In der häuslichen Pflege sollte man bedenken, dass Wechseldruckmatratzen und Umlagerungssysteme eine Steckdose neben dem Bett brauchen und die Pumpe leise Geräusche macht.

 

Am Ende entscheiden also eine ganze Reihe an Punkten, die als Laie nur schwer zu beurteilen sind. Welche Art von Matratze nötig ist, legen Pflegefachkräfte oder die Hausarztpraxis fest. Das Sanitätshaus hilft dann, genau das richtige Modell zu finden. Dafür schauen wir uns Ihre Situation genau an.

Gut vorbereitet:

  • Diese Fragen helfen bei der Beratung
    Braucht die Matratze Strom oder arbeitet sie ohne Pumpe?
  • Stellt sich das System selbst auf das Gewicht ein oder muss das jemand einstellen? Wer weist Sie ein?
  • Bis zu welchem Gewicht und welchem Dekubitusstadium ist das Modell gedacht?
Drei Kissen des Kubivent Lagerungsset in Lila

Ohne Lagerungskissen gehts trotzdem nicht

Eine Dekubitus-Matratze nimmt zwar viel Druck von der Haut, ersetzt aber das Umlagern nicht. Lagerungskissen helfen, wenn sich jemand nicht mehr selbst drehen kann, eine bestimmte Position zu halten. Vor allem die 30-Grad-Schräglage hat sich bewährt. Dabei liegt die Person abwechselnd auf dem Rücken und leicht zur Seite gedreht. Vorsicht: Liegt man ganz auf der Seite, drückt viel Gewicht auf den Hüftknochen, der anfällig für Dekubitus ist. Ein Kissen unter dem Rücken und eines unter dem Oberschenkel halten die Schräglage. Mit einem Kissen unter den Waden liegen die Fersen frei und bekommen keinen Druck. Auch mit einem Umlagerungssystem können Kissen sinnvoll sein, zum Beispiel damit die Fersen frei liegen.

Tipp:

Wenn Sie eine Wechseldruckmatratze nutzen, erkundigen Sie sich vorher im Sanitätshaus, welche Kissen dazu passen. Denn da sich die Matratze beim Wechsel der Luft sanft bewegt, können Kissen leichter verrutschen.

Dekubitus-Matratze auf Rezept: So läuft es mit der Krankenkasse

Die Krankenkasse übernimmt den größten Teil der Kosten für eine Dekubitus-Matratze. Sie zahlen lediglich 10 % des Preises dazu, mindestens 5 €, höchstens aber 10 € (Stand 2026). Die Voraussetzung dafür ist eine ärztliche Verordnung, zum Beispiel aus der Hausarztpraxis. Je nach Beschwerden wird eine Wechseldruck- oder Weichlagerungsmatratze oder ein System mit automatischer Umlagerung verschrieben. Und das gilt nicht nur, wenn schon ein Druckgeschwür da ist. Die Kasse zahlt auch, wenn jemand dauerhaft liegen muss und zum Beispiel wegen einer starken Bewegungseinschränkung, Lähmung, Inkontinenz oder vorgeschädigter Haut ein hohes Dekubitus-Risiko hat. Häufig besteht zwar sowieso ein Pflegegrad, ob die Krankenkasse zahlt oder nicht, ist davon aber unabhängig. Entscheidend ist die ärztliche Verordnung, die begründet, warum eine Dekubitus-Matratze nötig ist. Auch Umlagerungssysteme stehen im Hilfsmittelverzeichnis der Krankenkassen und lassen sich verordnen.

 

Sie möchten ein Modell mit mehr Komfort oder Extras, als die Kasse bezahlt? Dann zahlen Sie nur den Unterschied selbst dazu. Das ist aber freiwillig: Das Sanitätshaus muss Ihnen immer auch ein passendes Modell anbieten, für das Sie nichts draufzahlen müssen. Die Matratze gehört übrigens meist weiter der Krankenkasse. Sie bekommen sie also ausgeliehen und müssen sich um nichts kümmern. Wird sie nicht mehr gebraucht, holt das Sanitätshaus sie in der Regel wieder ab. Und wenn etwas kaputt geht oder die Einstellung nicht mehr passt, genügt ein Anruf. Dann kommt jemand vorbei und kümmert sich darum.

 

So bekommen Sie die Matratze

  1. Rezept holen
    Den Anfang macht Ihre Hausarztpraxis. Sie stellt ein Rezept aus, auf dem die Diagnose und die Art der Matratze stehen. Liegt Ihr Angehöriger im Krankenhaus, kann sich auch die Klinik vor der Entlassung darum kümmern. Dann ist die Matratze im besten Fall schon da, wenn er nach Hause kommt.
  2. Ab ins Sanitätshaus
    Mit dem Rezept kommen Sie zu uns. Wir schauen uns gemeinsam mit Ihnen an, wie die Pflege zuhause aussieht, und suchen das passende Modell aus. Den Papierkram mit der Krankenkasse übernehmen wir: Wir schicken das Rezept ein, und die Kasse prüft, ob sie die Matratze bezahlt.
  3. Lieferung nach Hause
    Sobald die Kasse zugestimmt hat, bringen wir die Matratze zu Ihnen, legen sie ins Bett und zeigen Ihnen in Ruhe, wie alles funktioniert. Deshalb kommt eine Dekubitus-Matratze auch nicht einfach mit der Post: Jemand muss sie einrichten und Ihre Fragen beantworten.

Krankenkasse oder Pflegekasse:

Diese Frage kann manchmal ganz schön verwirrend sein. Die Matratze zahlt die Krankenkasse – egal ob Sie einen Pflegegrad haben oder nicht. Voraussetzung dafür ist ein Rezept. Das Pflegebett, auf dem sie liegt, kommt mit Pflegegrad wiederum meist von der Pflegekasse. Dafür brauchen Sie kein Rezept, sondern einen Antrag.

Dekubitus ist vermeidbar

Wenn ein Angehöriger viel liegen muss, möchte man es ihm so angenehm wie möglich machen. Das Schreckgespenst Dekubitus schleicht sich schnell ein. Die gute Nachricht: Ein Dekubitus lässt sich in den meisten Fällen vermeiden. Neben Bewegung und der richtigen Lagerung ist die passende Matratze dabei ein wichtiger Baustein. Achten Sie frühzeitig auf Rötungen oder Veränderungen der Haut und setzen Sie rechtzeitig auf eine Matratze gegen Wundliegen.

Dekubitus-Matratze in Bamberg

Sie pflegen einen Angehörigen und möchten Druckstellen vorbeugen? Weichlagerung, Wechseldruck, ein Umlagerungssytem oder erst einmal nur eine Auflage: Wir schauen gemeinsam mit Ihnen, wie beweglich derjenige noch ist, wieviel er wiegt und wie hoch das Dekubitus-Risiko ist. So finden wir die Matratze, die zu Ihrer Pflegesituation zuhause passt. Und gehen erst wieder aus der Tür, wenn alles richtig eingestellt ist.

Häufige Fragen zu Dekubitus-Matratzen

Eine Dekubitus-Matratze wird verordnet, wenn jemand dauerhaft liegen muss und das Risiko für Druckstellen hoch ist, oder wenn schon ein Druckgeschwür da ist. Das Risiko steigt bei starker Bewegungseinschränkung, Lähmung, Inkontinenz, geschädigter Haut, Kreislaufproblemen oder schlechtem Allgemeinzustand. Achten Sie besonders auf Rötungen, die nicht verschwinden. Drücken Sie kurz mit dem Finger darauf. Wird die Stelle weiß und danach wieder rot, ist die Haut in Ordnung. Bleibt sie rot, kann das bereits ein Dekubitus im Stadium 1 sein. Lassen Sie die Stelle dann schnellstmöglich ärztlich abklären.

In der Regel ja. Die Arztpraxis oder die Klinik stellt das Rezept für die Dekubitus-Matratze aus, und die Krankenkasse übernimmt die Kosten.

Als Selbstzahler zahlen Sie je nach Art etwa 120 bis 800 €. Weichlagerungsmatratzen sind meist etwas günstiger als Wechseldruckmatratzen. Mit Rezept zahlen Sie nur die gesetzliche Zuzahlung von 10 %, mindestens 5 und höchstens 10 € (Stand 2026). Möchten Sie ein Modell mit mehr Komfort, zahlen Sie den Unterschied selbst. Das Sanitätshaus muss Ihnen aber immer ein passendes Modell ohne Aufzahlung anbieten.

Eine Auflage legen Sie auf die vorhandene Matratze. Zur Vorbeugung bei niedrigem bis mittlerem Risiko kann das reichen. Bei hohem Risiko oder einem bestehenden Dekubitus reicht eine Auflage nicht, weil sie weniger entlastet als eine vollwertige Matratze. Auch Auflagen gibt es auf Rezept. Aber Achtung: Legen Sie auf eine Dekubitusmatratze nichts zusätzlich auf, ohne das vorher zu klären. Es kann ihre Wirkung mindern.

Es wird nicht empfohlen, eine Dekubitus-Matratze online zu kaufen. Die Krankenkasse übernimmt die Kosten nur über einen Vertragspartner und mit Rezept, einen Online-Kauf erstattet sie in der Regel nicht. Außerdem muss die Matratze zu Gewicht, Beweglichkeit und Hautzustand passen, was eine professionelle Beratung erfordert. Ein Sanitätshaus stellt alles richtig ein und erklärt die Funktionsweise.

Die Pumpe ist meist leise. Hersteller nennen oft etwa 25 bis 30 Dezibel, was ungefähr einem Flüstern entspricht.. In einem ruhigen Schlafzimmer hören Sie sie trotzdem. Die meisten gewöhnen sich aber schnell an das Geräusch und können gut schlafen.

Ja, auch die beste Matratze ersetzt das Positionieren nicht. Ein automatisches Umlagerungssystem nimmt Ihnen zwar das regelmäßige Drehen in die Schräglage ab, die Haut zu kontrollieren bleibt aber trotzdem wichtig. Wie oft Sie umlagern, hängt vom Hautzustand und vom Dekubitus-Risiko ab. Bleibt eine Hautstelle auch nach der Entlastung rot, braucht sie kürzere Abstände. Pflegefachkräfte oder der behandelnde Arzt erstellen einen persönlichen Plan.

Über den Autor

Bild von Sven Bruder

Sven Bruder

Sven Bruder ist Geschäftsführer von Bruder RehaTech und verfügt über langjährige Erfahrung im Bereich Reha- und Sanitätstechnik.

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